Ausflug Tangermünde

Unsere zweite Fahrt führte uns nach Tangermünde.

Hier ein Bericht von Margret Räke.
Goldener Oktober? Nee, denkste!
So fuhren wir Senioren der Technikniederlassung Hannover am 12.10.2016 bei trübem
Wetter nach Tangermünde.
Zuerst ein Stück auf der „Warschauer Allee“ und dann auf der 188 durch die wunderschöne,
leider diesige Landschaft.
Frau Beyer versorgte uns wieder mit Leckereien und Getränken.
Und natürlich auch mit Geschichten und Anekdoten aus der Gegend. So z.B. über Heinrich
Büssing, der 1903 den 1. Motorlastwagen vorstellte. Ein halbes Jahr später war der erste
Motoromnibus mit 2o Sitzplätzen betriebsfertig. Die erste Buslinie startete am 05.06.1904
von Wendeburg nach Braunschweig. Von der Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit angetan
schloß die Kaiserliche Oberpostdirektion Braunschweig einen Vertrag mit Büssing zur
Beförderung von Postsachen. Ab 01.09.1904 war das die erste Kraftpost Omnibuslinie der
Welt. Wer hätte das gewußt?
So erreichten wir gut unterhalten Tangermünde. Zum Mittagessen ging es in die urig
eingerichtete Gaststätte Zecherei St. Nikolai (um 1200 als Pfarrkirche St. Nikolai errichtet).
Der Schädel brummt,
die Mauken stinken,
höchste Zeit ein Bier zu trinken.
Mit diesem Spruch lädt die Gaststätte zum „Tafelschmaus“ ein. Auf rustikal gedeckten Tischen
erwarteten uns Gemüse, Kartoffeln, Cous Cous und in einer Molle angerichtet große Stücke
Schweinebraten, Kassler und Broiler – Ran ans Werk!
Mit einem gefährlich aussehenden Messer wurde das Fleisch zerlegt. (Das Messer war nicht
so scharf, wie es aussah!). Dazu gab es neben anderen Getränken auch Kuhschwanzbier. Wer
hat es probiert? Kuhschwanzbier?? Zum Brauen wurde in früheren Zeiten Wasser aus dem
Tanger-Gewässer genutzt, aus dem auch die Rindviecher tranken. Natürlich hing dann auch
mal ein Kuhschwanz drinn. So kam das Bier zum Namen. Alles klar?
So gestärkt startete unsere Stadtführung über das mittelalterliche Kopfsteinpflaster. Die
Altstadt ist von einer beeindruckenden Stadtmauer mit Türmen und wehrhaften Toren
umschlossen. In der Burg (erstmals 1009 erwähnt) residierten Markgrafen und Kurfürsten.
Kaiser Karl IV ließ die Burg im 14. Jahrhundert als Nebenresidenz ausbauen.
Am 13.09.1617 wütete ein verheerendes Feuer und zerstörte den größten Teil der Stadt.
Grete Minde wurde als Brandstifterin verurteilt und auf dem Scheiterhaufen hingerichtet.
Ein Fehlurteil?! Bis heute ist ihr Schicksahl in lebhafter Erinnerung. Theodor Fontane
verewigte ihre Geschichte.
Nach dem schrecklichen Brand wurden viele Häuser wieder aufgebaut. So gab es viele
Fachwerkhäuser, wunderschöne Schmuckgiebel, kunstvolle Schnitzereien an den
Fassaden der nach 1618 erbauten Häuser zu sehen. Wirklich eine interessante Hansestadt,
dieses Tangermünde.
Zeit zum Klönen und genießen war bei einer Bootsfahrt auf der Elbe. Versüßt mit
Kaffee und Kuchen. Noch eimal ein Blick auf die Umgebung und die gigantische
Stadtmauer und Tangermündes Skyline werfen.
Ein gelungener Tag!
Unser Busfahrer brachte uns wohlbehalten wieder nach Hannover. Seine Fahrkünste
hatte er schon in den engen Gäßchen gezeigt.
Eine Frage noch – Die Schokoladenmarke Feodora – vielen ein Begriff. Woher kommt
sie ursprünglich wohl? Natürlich aus Tanger
Fotos von Werner Engelke

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Mittagessen in der Zecherei St. Nikolai
Historisches Rathaus
Historisches Rathaus
Grete Minde-Denkmal
Grete Minde-Denkmal
Fachwerkhaus in der Kirchstraße
Fachwerkhaus in der Kirchstraße
St. Stephanskirche mit Stadtmauer
St. Stephanskirche mit Stadtmauer